Partynight

Um 12 nochmal weg, ins Partyviertel von Schöneweide, will heißen: 2 Dönerläden mit Discobeschallung samt Glitzerkugel, abgehalfterte Thekenschlampen und Berufsalkis sowieso, besoffene Gören unterwegs und die Ampelphase gilt nur für Weicheier. Endlich angekommen in der BillYardFabrik, froh, die dämlichsten Mitbürger hinter sich gelassen zu haben, tauchen neue Probleme auf.

Der Typ von gegenüber glotzt mich die ganze Zeit an. Liegt es an meiner Jeans, die nur noch bedingt jugendfrei an mir herunterschlackert? Ich glaub, ich habe abgenommen, aber bei so widerlichen Gaffern freut mich das auf einmal gar nicht mehr, muß ich doch jeden Moment befürchten, daß ich mich allzu sehr entblöße. Vielleicht liegt es ja an meinem schwarzen engen Shirt? Hey, daß ich mit meinem Freund und 4 anderen Jungs hier bin, stört den gar nicht. Ich seh dich gar nicht, du Typo! Es gibt Männerblicke, die machen, daß ich mich begehrenswert und schön fühle, und es gibt Männer, die so durch Kleidung hindurchzusehen scheinen, daß ich mich nackt und schutzlos fühle, und das ist kein gutes Gefühl.

Überhaupt, was sind denn heute für Leute hier? Außer mir um 12.30 nur noch ein anderes Mädchen, sonst mehr oder weniger angesoffene Kerle, die laut sind und grob und verzweifelt locker und witzig. Das Mädel, hhm, die wird auch angegafft, von dem Kumpel "meines" Gaffers. Sie sieht dümmlich aus, spricht zu laut, ihr Hose sitzt zu tief, die Haare sind zu blond, gekreppt, aber angestarrt wird sie wie ich. Wirke ich auch billig?

Auf dem Weg zur Toilette versuche ich, möglichst souverän zu wirken. Wenn ich mir das vornehmen muß, funktioniert es sowieso nicht. Kurz vor zwei: Ich will nach Hause, alles zu laut hier, zu viel, zu anstrengend.
Mein Nachtleben.

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Mai 19, 2007 | In Soso | | TrackBack-URL

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